26. Juni. 2026

Die Megawatt-Ladeinnovation von Shell Business Recharge Solutions (SBRS) trägt zu bedeutender Branchenforschung bei.

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Innovation

Bild: HoLa – Map

Ein 40-Tonnen-Lkw macht sich auf den Weg zu einer vollständig elektrischen 500 km langen Fahrt durch Deutschland. Er startet mit voller Batterie in Berlin, doch damit die Langstreckenroute bis nach Duisburg funktioniert, benötigt der Lkw leistungsstarke, ultraschnelle Lademöglichkeiten entlang der A2 – einer der wichtigsten Logistikkorridore Europas.
Gefragt ist eine Ladeinfrastruktur, die die Batterie eines schweren Nutzfahrzeugs während der 45-minütigen Pause des Fahrers wieder aufladen kann.

Wir bei Shell Business Recharge Solutions (SBRS) entwickeln eigene Ladehardware und liefern integrierte Hochleistungsladelösungen für den elektrischen Schwerlastverkehr.

In diesem Kontext leistet SBRS einen Beitrag zum Projekt HoLa (High Performance Charging for Long-Haul Trucking), einer vom Bund geförderten Forschungsinitiative zur Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs.

Das Projekt umfasst 13 Konsortialpartner aus der Industrie, darunter Energieunternehmen, Lkw‑Hersteller, Infrastrukturanbieter und Forschungsinstitute.

Durch die Zusammenführung von Industrie- und Forschungspartnern testet HoLa das Megawattladen unter realen Betriebsbedingungen, um den Ausbau einer durchgängigen Hochleistungsladeinfrastruktur zu unterstützen.

Der Demonstrationskorridor entlang der A2 ist ein zentraler Bestandteil der HoLa-Forschung. Von den fünf beteiligten Standorten werden drei von Shell betrieben. Diese Standorte bieten eine Kombination aus MCS- und CCS-Ladetechnologien, die darauf ausgelegt sind, Flotten mit unterschiedlichen betrieblichen Anforderungen zu unterstützen.
SBRS hat an zwei dieser Shell-Standorte leistungsstarke Megawatt Charging System (MCS)-Technologie installiert.

Bild: HoLa, Eröffnungs-Zeremonie in Lehre

Die Kraft der Ladeinnovation

An diesen beiden Shell-HoLa-Standorten (Lehre und Wustermark) hat SBRS ein Megawatt-Ladesystem installiert, das auf dem neu veröffentlichten Megawatt-Ladestandard für Design und Kommunikation basiert.

Im Gegensatz zum langsameren Combined Charging System (CCS) ermöglicht MCS, dass elektrische Lkw während einer regulären Pause ausreichend Energie nachladen, um ihre Fahrt über mehrere hundert Kilometer fortzusetzen – ohne zusätzliche Standzeiten oder Unterbrechungen der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten.
Diese Verbindung aus zuverlässigem, ultraschnellem Laden und den täglichen logistischen Anforderungen macht den elektrischen Fernverkehr mit schweren Nutzfahrzeugen betrieblich umsetzbar.

Die Installation von MCS-Ladegeräten an öffentlichen Standorten erfordert technische Innovation und fortschrittliche Lösungen. Die beim MCS-Laden entstehende Wärme kann bis zu neunmal höher sein

als beim Laden mit CCS und muss über den gesamten Ladevorgang hinweg kontrolliert werden.
Ein einzelner MCS-Ladevorgang mit 1,2 MW entspricht in etwa der elektrischen Spitzenlast eines Wohnblocks mit rund 1.000 Wohnungen.

Diesen Herausforderungen begegnen wir durch umfangreiche Tests vor der Installation, einschließlich Klimakammerprüfungen, um sicherzustellen, dass das MCS-System unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert.
Der eigentliche Praxistest beginnt jedoch jetzt – mit der offiziellen Inbetriebnahme des HoLa-Demonstrationskorridors und dem Start von 12 Lkw, die Daten und Erkenntnisse darüber sammeln, wie Fahrzeuge, Ladehardware und Logistikprozesse im realen Betrieb zusammenspielen.

Zuverlässiges Megawattladen entlang von Korridoren kann ein entscheidender Baustein für die Elektrifizierung sein – doch das Depotladen (typischerweise CCS) bleibt das Rückgrat vieler elektrischer Flottenbetriebe.

Aufbau eines integrierten Ladeökosystems

Durch die Verknüpfung von privater, halböffentlicher und öffentlicher Infrastruktur kann ein integriertes Ladeökosystem geschaffen werden, das Flotten mit unterschiedlichen Betriebsmodellen unterstützt.

Hohe anfängliche Investitionen in die Infrastruktur sowie die gesamten Betriebskosten bleiben weiterhin zentrale Herausforderungen für die Elektrifizierung. Ein aktueller Shell-Bericht („Electric Trucking: From Cost Barrier to Competitive Advantage“) zur Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zeigt jedoch, dass neben niedrigeren Energie- und Wartungskosten insbesondere modulare Investitionen und zusätzliche Einnahmequellen die Wirtschaftlichkeit elektrischer Flotten verbessern können.

Durch die Anbindung an das Shell-Ladenetzwerk und die Ermöglichung des Zugangs über die Shell Card können Betreiber ihre Ladeinfrastruktur auch für externe Nutzer öffnen.
Dies ermöglicht es ihnen, ihre Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) – abhängig von individuellen Betriebs- und Marktbedingungen – weiter zu optimieren.

Von den ersten Schritten bis zur vollständigen Elektrifizierung

Flotten ohne eigene Depots profitieren ebenfalls von gemeinsam genutzter Ladeinfrastruktur, doch viele suchen nach einem praktikablen und skalierbaren Einstieg in den Betrieb von eDepots.
Modulare Ladelösungen ermöglichen es Betreibern, bereits heute zu handeln – indem sie zunächst die benötigte Infrastruktur installieren und diese im Einklang mit dem Geschäftswachstum schrittweise erweitern.

Mit dem Ausbau weiterer Korridore und Ladenetzwerke könnte sich der wirtschaftlichste Weg zur Elektrifizierung des Fernverkehrs zunehmend klarer abzeichnen: die Kombination aus leistungsstarkem Laden unterwegs, Depotinfrastruktur und integrierten Ladelösungen.

Für SBRS ist die Teilnahme am HoLa-Projekt in erster Linie eine Lernchance. Forschungsprojekte wie dieses ermöglichen es uns, praxisnahe Einblicke zu gewinnen, wie sich Hochleistungsladetechnologie

unter realen Betriebsbedingungen bewährt – und wie Fahrzeuge, Ladehardware und Energiesysteme entlang zentraler Logistikkorridore miteinander interagieren.

Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um unsere Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass zukünftige Generationen der Ladeinfrastruktur noch robuster, effizienter und optimal auf die realen Anforderungen des elektrischen Schwerlastverkehrs ausgelegt sind.

Video: HoLa Video

Das Projekt HoLa (High Performance Charging for Long-Haul Trucking) wird im Rahmen der deutschen Förderrichtlinie Elektromobilität vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) mit insgesamt knapp 10 Millionen Euro gefördert.
Zusätzlich erfolgt die Förderung dieser Maßnahme im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die Europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) im Programm NextGenerationEU.
Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

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