28. Aug. 2026
Wie Elektro-LKW die Gesamtbetriebskosten von Diesel-LKW unterbieten können
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Elektro-Lkw haben das Potenzial, unter bestimmten Betriebsbedingungen niedrigere Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) zu erzielen. Warum besteht die Annahme, dass das nicht möglich ist?
Es ist verlockend, Strom als einen direkten Ersatz für Diesel zu betrachten: Eine Energiequelle gegen eine andere auszutauschen. Doch Strom eröffnet neue Möglichkeiten, Kosten zu steuern, Förderungen zu nutzen und zusätzlichen Mehrwert zu schaffen. Wenn Flottenbetreiber über den reinen Fahrzeugvergleich hinausblicken und das gesamte Ladeökosystem betrachten, verändern diese Möglichkeiten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Güterverkehrs.
Die Konzentration auf Fahrzeugkosten übersieht das gesamte Energiesystem
Da Elektro-Lkw in der Regel höhere Anschaffungskosten haben als vergleichbare Diesel-Fahrzeuge, erscheinen sie zunächst als die teurere Option. Die Wirtschaftlichkeit des elektrischen Güterverkehrs wird jedoch von weit mehr Faktoren beeinflusst als nur vom Fahrzeug selbst.
Elektrische Flotten bringen eine neue Energiequelle, neue Infrastruktur und neue Netzwerke mit sich. Ebenso die Möglichkeit, diese Faktoren in einen echten betrieblichen Vorteil zu verwandeln.
Ein fairer Vergleich muss daher das gesamte Betriebssystem rund um das Fahrzeug berücksichtigen. Strom ersetzt nicht einfach Diesel als Energiequelle. Er verschafft Flotten Zugang zu wirtschaftlichen und operativen Stellhebeln, die Dieselbetrieben möglicherweise nicht zur Verfügung stehen.
Wie Strom die Flottenkosten gegenüber Diesel senken kann
Beim Vergleich von Diesel und Strom gibt es drei wichtige wirtschaftliche Hebel, die Flottenbetreiber berücksichtigen sollten:
- 1. Strom kann optimiert werden
Strompreise können im Tagesverlauf schwanken, insbesondere in Zeiten hoher Nachfrage. Intelligentes Laden ermöglicht es Flotten, Ladevorgänge in günstigere Zeitfenster zu verlagern (zum Beispiel über Nacht) und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Fahrzeuge für ihren nächsten Einsatz bereitstehen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Energiebedarf auf mehrere Ladepunkte zu verteilen. Anstatt jedem angeschlossenen Fahrzeug gleichzeitig die maximale Leistung bereitzustellen, kann das Laden anhand von Fahrplänen, Energieverfügbarkeit und betrieblichen Prioritäten gesteuert werden.
In Kombination können intelligentes Laden und Energiemanagement die Energiekosten um bis zu 30 % senken.[1]
- 2. Strom ermöglicht Zugang zu Anreizen
In einigen europäischen Märkten können Elektro-Lkw von Ausnahmen oder Ermäßigungen für emissionsfreien Transport innerhalb von Mautsystemen profitieren.
In Deutschland sind Elektro-Lkw beispielsweise mindestens bis 2031 von der Lkw-Maut (MAUT) befreit.(2) Das bedeutet, dass ein einzelner 40-Tonnen-Lkw mit einer jährlichen Fahrleistung von 116.000 Kilometern innerhalb von fünf Jahren von Mautgebühren in Höhe von mehr als 150.000 € befreit sein kann.(3)
Gleichzeitig ist zu erwarten, dass Dieselbetriebe künftig einem stärkeren regulatorischen Druck ausgesetzt werden. So soll das EU-Emissionshandelssystem für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) ab 2028 in Kraft treten und zusätzliche CO₂-Kosten für den Straßentransport verursachen.
- 3. Strom kann zusätzliche Einnahmen generieren
Ein wesentlicher Vorteil von Strom gegenüber Diesel besteht darin, dass damit über den eigenen Fuhrpark hinaus Wert geschaffen werden kann.
Private Ladepunkte auf Betriebshöfen werden häufig nur während bestimmter Ladefenster benötigt. Wenn die Fahrzeuge einer Flotte unterwegs sind, kann ungenutzte Ladekapazität anderen Betreibern zur Verfügung gestellt werden, wodurch Einnahmen aus Ladevorgängen Dritter entstehen.
Dieses Modell wird als halböffentliches Laden (Semi-Public Charging) bezeichnet. Die dadurch erzielten Einnahmen können die eigenen Energiekosten eines Flottenbetreibers ausgleichen – und in manchen Fällen sogar übersteigen.
Warum ein integriertes Ladenetzwerk der Schlüssel zur Senkung der elektrischen TCO ist
Jeder dieser wirtschaftlichen Hebel kann die Wirtschaftlichkeit einer Flotte bereits für sich genommen verbessern. Die besten Ergebnisse entstehen jedoch, wenn sie gemeinsam innerhalb eines vernetzten Ökosystems genutzt werden.
Modellrechnungen von Shell zeigen, dass Flotten, die ein integriertes Ladenetzwerk und entsprechende Dienstleistungen nutzen, eine um bis zu 10 % niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO) im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen erzielen können.[4] Der Vorteil entsteht nicht durch Änderungen an Route, Arbeitslast oder betrieblichen Anforderungen. Er ergibt sich vielmehr aus der Optimierung des gesamten Systems, das den Fuhrpark unterstützt.
Um dieses System zu verändern, benötigen Flotten eine Ladeinfrastruktur, die auf ihre spezifischen Betriebsabläufe und Fahrzeugfahrpläne abgestimmt ist. Energiemanagement muss Hand in Hand mit dem Zugang zu Ladeinfrastruktur funktionieren, während Systeme für Authentifizierung, Bezahlung und Abrechnung sowohl den Fuhrpark selbst als auch potenzielle Drittanbieter-Nutzer unterstützen müssen.
Ein integriertes Ladenetzwerk vereint all diese Elemente. Es verbindet die Infrastruktur am Depot mit Energieoptimierung und dem Zugang zu einem breiteren Ladenetzwerk. So können Flotten Wertschöpfung über das gesamte System hinweg realisieren, anstatt jede einzelne Komponente als separate Investition zu betrachten.
Aufbau eines überzeugenden Business Case für das Wachstum elektrischer Flotten
Die Vorteile der Elektrifizierung zu nutzen, beginnt damit, zu verstehen, wo innerhalb des Flottenbetriebs Wertschöpfungspotenziale bestehen.
Der TCO-Rechner von Shell unterstützt Betreiber dabei, elektrische und dieselbetriebene Fahrzeuge unter realen Einsatzbedingungen zu vergleichen. Er zeigt die operativen und wirtschaftlichen Stellhebel auf, die dazu beitragen können, die Gesamtbetriebskosten (TCO) von Elektro-Lkw zu senken, und hilft Flotten dabei, ihre Elektrifizierungsstrategie mit größerer Sicherheit zu planen.
Von dort aus können Flotten beginnen, eine Infrastruktur aufzubauen, die sowohl aktuelle Anforderungen als auch zukünftiges Wachstum unterstützt.
Der Shell PowerPack 500 bietet einen kosteneffizienten und skalierbaren Einstieg in das Depotladen. Flotten können mit der Ladekapazität starten, die sie heute benötigen, und diese anschließend entsprechend der zunehmenden Einführung von Elektrofahrzeugen erweitern.
Diese Infrastruktur ermöglicht es Flotten, sich mit dem integrierten Ladenetzwerk von Shell zu verbinden und zusätzliche Einnahmen zu generieren, indem sie ihre Ladepunkte für Drittanbieter öffnen.
Integrierte Lösungen, darunter Energiemanagement, Zugang zu einem wachsenden Netzwerk öffentlicher Ladepunkte sowie vereinfachte Bezahlprozesse über die Shell Card, können Flotten dabei helfen, noch mehr Mehrwert aus ihrem elektrischen Betrieb zu erzielen.
Es ist an der Zeit, Elektrifizierung neu zu denken
Flottenbetreiber übersehen möglicherweise die Chancen der Elektrifizierung, wenn sie Elektro- und Diesel-Lkw lediglich als direkte Ersatzlösungen betrachten.
Mit zunehmender Verbreitung der Elektrifizierung könnten jedoch jene Flotten im Vorteil sein, die einen ganzheitlichen Systemansatz verfolgen, um Kosten zu senken und sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
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[1] Die tatsächlichen Einsparungen hängen stark vom jeweiligen Anwendungsfall des Kunden sowie von weiteren kundenspezifischen Faktoren wie Energiepreisen, Infrastrukturkosten und geografischen Gegebenheiten ab. Die Energieeinsparungen wurden mithilfe des webbasierten Optimierungstools Gridcog für Energiemanagement berechnet.
[2] Im Jahr 2025 hat die Europäische Union die vollständige Mautbefreiung für emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge im Rahmen der Eurovignetten-Richtlinie bis zum 30. Juni 2031 verlängert: Europäische Kommission. „EU unterstützt die verlängerte Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw.“ 2025.
[3] Im Vergleich zu einem gleichwertigen Euro-6-Lkw > mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 18 Tonnen in der CO₂-Emissionsklasse 4, für den auf 75 % seiner Fahrleistung Mautgebühren in Höhe von 0,348 €/km anfallen: Toll Collect Deutschland. „Mautsätze.” O.D.
[4] Die potenziellen TCO-Ergebnisse basieren auf dem Modell von Shell für einen schweren Nutzfahrzeug-Lkw mit einer jährlichen Fahrleistung von 116.000 km über einen Zeitraum von fünf Jahren, das anschließend von Shell übernommen wurde. Das Modell geht von einem halböffentlichen, energieoptimierten eDepot mit 75 % privatem Laden und 25 % Laden unterwegs aus. Die geschätzten Einsparungen ergeben sich aus der Nutzung des eDepots durch Dritte, Kostenreduzierungen durch Smart Charging sowie bevorzugten Netzpreisen auf Basis von Marktreferenzen (ohne Berücksichtigung von Netzausbaukosten). Die tatsächlichen Ergebnisse variieren je nach Markt, Fahrzeugtyp und kundenspezifischen Faktoren wie Energiepreisen, Infrastrukturkosten, Auslastung und Standort.


