07.August. 2026

Weiterentwicklung des Ladens von schweren Elektrofahrzeugen durch automatisierte Unterboden-Technologie

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Bild: 100% E-Truck

Was passiert, wenn man beim Laden schwerer Elektrofahrzeuge auf das Kabel verzichtet? Im Forschungsprojekt MEGA-LADEN untersuchte SBRS einen neuen Ansatz für die Energieversorgung von Elektro-Lkw: ein automatisiertes Unterflur-Ladesystem für schwere Nutzfahrzeuge anstelle herkömmlicher Steckverbindungen.

Wenn wir an die Technologien von morgen denken, sind es oft die sichtbaren Durchbrüche, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In der Realität hängt Fortschritt jedoch häufig von weniger sichtbaren Systemen ab, nämlich den Schnittstellen und Infrastrukturen, die Innovationen erst praktisch nutzbar machen.

Das gilt auch für das Laden schwerer Elektrofahrzeuge. Während sich Elektro-Lkw rasant weiterentwickeln, hängt ihre langfristige Verbreitung auch davon ab, wie effizient und zuverlässig sie geladen werden können. Flottenbetreiber stehen dabei weiterhin vor Herausforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur, der betrieblichen Effizienz und sich weiterentwickelnder Ladeformate.

Vor diesem Hintergrund wurde das Forschungsprojekt MEGA-LADEN ins Leben gerufen, um einen alternativen Ansatz zu untersuchen: automatisiertes Unterboden-Laden für schwere Elektrofahrzeuge.

Erprobung des Ladens schwerer Nutzfahrzeuge unter realen Logistikbedingungen

Das Projekt MEGA-LADEN hat die bei dem Combined Charging System (CCS) eingesetzten Ladepunkte und Portallösungen neu gedacht. Vorgestellt wurde ein automatisiertes Unterflursystem, das einen Elektro-Lkw vollständig ohne Kabel laden kann.

 

Video: FraunhoferIVI // Megawatt Charging for Trucks – Fully Automated & Reliable
FraunhoferIVI – YouTube

Anstatt dass der Fahrer die Kabine verlässt und den Elektro-Lkw manuell anschließt, nutzt das System eine bodengebundene Kontakteinheit, die aus dem Boden herausfährt und sich mit der Unterseite des Fahrzeugs verbindet. Der Verbindungsvorgang erfolgt automatisiert und wird aus der Fahrerkabine gesteuert. Dadurch kann das Laden für den Fahrer grundsätzlich einfacher und sicherer werden.

Gemeinsam mit Partnern, darunter das Fraunhofer IVI, entwickelte SBRS das Unterboden-Ladesystem. Anschließend demonstrierte SBRS die Technologie auf dem Testgelände des Fraunhofer IVI in Dresden sowie in einem aktiven Logistikbetrieb in Berlin. Das System wurde für Ladeleistungen von bis zu 300 kW ausgelegt und unter realen Betriebsbedingungen getestet. Dadurch konnten wertvolle Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit automatisierter Ladelösungen gewonnen werden.

Ziel war es nicht, CCS zu ersetzen, sondern zu untersuchen, wie effektiv eine alternative Verbindungstechnologie für das Laden schwerer Elektrofahrzeuge sein könnte, in diesem Fall unterhalb des Fahrzeugs. Das Projekt lieferte zudem wertvolle Erkenntnisse darüber, wie automatisierte Hochleistungsladesysteme in der Praxis funktionieren.

Wie das Projekt MEGA-LADEN die Architektur von Ladesystemen verbessert hat

Bild: Ein Bild aus der Produktion

Als vollwertiger Partner im MEGA-LADEN-Konsortium brachte SBRS praxisnahe Ladeexpertise in ein bewusst anspruchsvoll gestaltetes Testumfeld ein. Zu Beginn des Projekts plante unser Team, eine bereits vorhandene Hochleistungs-Ladeeinheit wiederzuverwenden. Funktionale Einschränkungen und Budgetvorgaben machten jedoch schnell deutlich, dass dieser Ansatz nicht die erforderliche Flexibilität bieten würde.

Anstatt die Ambitionen des Projekts zurückzuschrauben, entwickelten wir einen neuen Ansatz, der sich als langfristig wertvolle Innovation erwies. Unsere Teams ersetzten die „recycelte“ Einheit durch zwei weniger leistungsstarke Ladegeräte, die parallel betrieben wurden, wobei eines die Rolle der primären Steuerung für das andere übernahm.

Diese Primär-Sekundär-Konfiguration ermöglicht es mehreren Ladegeräten, als koordiniertes System zu arbeiten. Dadurch kann die Leistungsabgabe flexibel skaliert werden, ohne dass umfangreiche Neugestaltungen der Kerninfrastruktur erforderlich sind.

Parallel dazu entwickelten wir eine Standardschnittstelle, die unsere Ladegeräte für schwere Elektrofahrzeuge mit den verschiedenen auf dem Markt verfügbaren Steckersystemen kompatibel macht. Das System ist somit darauf ausgelegt, Interoperabilität zwischen ausgewählten Ladeformaten zu unterstützen. Ganz gleich, ob Fahrer auf CCS-Stecker, das Megawatt Charging System (MCS) oder andere Lösungen wie das bodengebundene MEGA-LADEN-Ladesystem treffen, die Verbindung zum Elektro-Lkw kann nahtlos hergestellt werden.

Was automatisiertes Laden für die Infrastruktur schwerer Elektro-Lkw bedeutet

Wir haben nie erwartet, dass MEGA-LADEN zu einem etablierten Standard-Ladeformat wird. Das war jedoch auch nicht die Motivation hinter dem Projekt. Sein eigentlicher Wert lag in den Erkenntnissen, die aus den vielfältigen technischen Herausforderungen gewonnen wurden.

Durch die Erforschung der Automatisierung von Ladehardware und Steuerungssystemen hat MEGA-LADEN die Entwicklung von Innovationen beschleunigt, die wir heute in vielen weiteren SBRS-Projekten einsetzen.

So wird beispielsweise das koordinierte Primär-Sekundär-Ladekonzept inzwischen in den meisten unserer Projekte verwendet. Die Lösung erwies sich als so wirkungsvoll, dass sie unseren Ansatz bei der Hardwareentwicklung nachhaltig verändert hat und uns heute mehr Flexibilität bietet, um die Leistungsanforderungen unterschiedlichster Flotten zu erfüllen.

Auch die von uns entwickelte Standardschnittstelle SATcom verschafft uns mehr Flexibilität über verschiedene Ladeformate hinweg. Sie ermöglicht es außerdem, unsere Ladegeräte mit jedem SBRS-DC-Dispenser zu verbinden, der über eine SATcom-Schnittstelle verfügt. Dadurch kann die Integrationskomplexität bei bestimmten kundenspezifischen Ladelösungen reduziert werden.

Aufbau flexiblerer und interoperabler Ladelösungen

Auch wenn das Unterboden-Laden nur für bestimmte Anwendungsfälle geeignet sein dürfte, etwa für Müllfahrzeuge oder Feuerwehrfahrzeuge, trägt der dahinterstehende Systemansatz bereits heute dazu bei, die Effizienz zu optimieren und die langfristige Anpassungsfähigkeit der Ladeinfrastruktur zu unterstützen.

Während Europas Flotten unterschiedliche Wege zur Elektrifizierung verfolgen, wird der Bedarf an Standardisierung und Interoperabilität voraussichtlich weiter steigen. Ladeinfrastrukturen müssen flexibel genug sein, um unterschiedliche Betriebsmodelle, Fahrzeugtypen und Leistungsanforderungen zu unterstützen.

Die Entwicklungen aus dem Projekt MEGA-LADEN tragen gemeinsam zu einem anpassungsfähigeren Ökosystem für das Laden schwerer Elektrofahrzeuge bei. Ein Ökosystem, das das integrierte Ladenetzwerk von Shell ergänzt und dazu beiträgt, Ladevorgänge effizienter zu gestalten.

Indem SBRS-Flexibilität zum Kern seiner Systemarchitektur macht, arbeiten wir daran, die Herausforderungen bei der großflächigen Einführung von Elektro-Lkw zu adressieren und kompatible, interoperable Ladelösungen bereitzustellen, die auf langfristiges Wachstum ausgelegt sind.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten und darüber, wie unsere Ladelösungen für schwere Elektrofahrzeuge die Elektrifizierung Ihrer Flottenfahrzeuge unterstützen können.

Auch die von uns entwickelte Standardschnittstelle SATcom verschafft uns mehr Flexibilität über verschiedene Ladeformate hinweg. Sie ermöglicht es außerdem, unsere Ladegeräte mit jedem SBRS-DC-Dispenser zu verbinden, der über eine SATcom-Schnittstelle verfügt. Dadurch kann die Integrationskomplexität bei bestimmten kundenspezifischen Ladelösungen reduziert werden.

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