Geplant sind ein Verwaltungsgebäude mit Büros, Kantine, Sportraum und Kantine, eine großzügige Werkstatt- und Servicehalle sowie Außen- und Grünanlagen und umfangreiche Abstellflächen mit integrierter Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Die Werkstatthalle wird mit zwölf Werkstatt- und acht Servicearbeitsständen ausgestattet, teilweise mit Dacharbeitsständen, Krananlagen und Arbeitsgruben, sowie zwei Portalwaschstraßen und einer Unterbodenwaschanlage.
Die bauliche Umsetzung des Neubaus umfasst beeindruckende Mengen an Materialien und Konstruktionen: Es werden 11.240 m³ Ortbeton und 3.845 m² Spannbetonhohldielen verbaut, dazu kommen 1.510 Tonnen Bewehrungsstahl, 3.280 m² Mauerwerk sowie 100 Tonnen konstruktiver Stahlbau. Die Hallen tragen 120 Kragstützen mit jeweils 9 Tonnen schweren Köcherfundamenten, 97 Hauptträger – der größte Träger misst 30,30 Meter Länge und wiegt 49 Tonnen, sowie 492 Nebenträger.
Ein zentraler Schwerpunkt des Neubaus ist die Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Der Betriebshof wird mit insgesamt 259 Ladepunkten und 203 Ladeeinheiten ausgestattet. Dazu zählen 194 Ladegeräte mit je 150 kW sowie neun HPC-Ladegeräte mit 300 kW, von denen sieben zukünftig auf bis zu 450 kW aufgerüstet werden können. Die Ladeinfrastruktur setzt vorwiegend auf Hood-Charging, eine optionale Steckerladung wird zusätzlich geprüft. Die installierte Leistung beträgt 31,8 MW bei einem Netzanschlusswert von 10 MW. Ein ausgeklügeltes Last- und Lademanagement sowie integrierte Betriebshof-Managementsysteme sorgen für einen effizienten Betrieb. Zusätzlich wird ein komplexes IT-Netzwerk mit erhöhten Sicherheitsstandards installiert. Die 36 Ladetechnikgebäude sind in neun Stationsreihen organisiert, jeweils mit zwei 1.600-kVA-Transformatoren, Mittel- und Niederspannungsanlagen sowie bis zu 24 Ladepunkten pro Reihe. Die betriebshofeigene Mittelspannungs-Ringstruktur sowie luftgekühlte Systeme mit Schalldämpfern sorgen für einen zuverlässigen und sicheren Anlagenbetrieb. Die Ladepunkte und Betriebsabläufe sind auf verschiedene Bustypen ausgelegt, vom 12-Meter-Standardbus über 18-Meter-Gelenkbusse bis hin zu Doppeldeckern. Die bauliche Ausführung umfasst insgesamt 192 Brandwandelemente mit einer Gesamtlänge von 607 Metern, die die Ladebereiche in separate Brandabschnitte unterteilen und ein besonders hohes Sicherheitsniveau gewährleisten. Zusätzlich werden 49 Fachwerkträger mit einer Gesamtlänge von 940,5 Metern und 155 Stützen installiert, um die Tragstrukturen der Ladezonen zu tragen. Der gesamte Betriebshof ist an die zentralen Leitsysteme der BVG angebunden und unterstützt so einen effizienten, sicheren und zuverlässigen Langzeitbetrieb der Elektrobusflotte.
Einheitliche Komponenten, Böden und Systeme ermöglichen optimierte Service- und Instandhaltungsabläufe, während hohe Sicherheitsstandards für Brandschutz, Gebäudeschutz und IT-Infrastruktur umgesetzt werden.
„Mit diesem Neubau schaffen wir die infrastrukturelle Grundlage für eine im Betrieb lokal emissionsfreie Busflotte und treiben damit konsequent den Wandel hin zu einem zukunftsorientierten öffentlichen Nahverkehr in Berlin voran”, betont Ingo Hiller, Senior Project Manager bei ZECH Bau SE, Niederlassung Berlin. „Die Übergabe eines schlüsselfertigen Betriebshofs für eine vollelektrische Busflotte zeigt, wie schnell die Planung leistungsstarker Ladeinfrastruktur für große Nutzfahrzeugflotten heute voranschreitet. Wir freuen uns umso mehr, unsere innovativen und flexiblen Ladelösungen in der Bundeshauptstadt umzusetzen”, ergänzt Dr. Stephan Nahmer, Geschäftsführer der SBRS GmbH.